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Meteorologische Negativschlagzeilen über Extremwetterereignisse, wie Hitzewellen und Dürreperioden, Starkregen und Überschwemmungen bis hin zu vernichtenden Stürmen bestimmen seit dem letzten Jahrzehnt in zunehmender Weise die Berichterstattung der Medien und demonstrieren der Weltöffentlichkeit mit Bildern zerstörerischer Dimensionen ein globales Klimasystem, das sich abseits der sonst für die Jahreszeiten üblichen Normalbedingungen bewegt. Diese unübersehbaren Symptome einer folgenschweren Klimakrankheit unseres Planeten werden von den Forschern mit Begriffen wie Klimawandel und Treibhauseffekt zu erklären versucht - immer verbunden mit der Hoffnung möglichst viele Menschen bezüglich des Ursachen- und Folgenkatalogs zu einem Umdenken ihres Lebensstils zu bewegen. Dabei nehmen die Indizien einer globalen Erwärmung nach einer detaillierten Analyse des Temperaturverlaufs und der Niederschlagsintensität innerhalb der letzten 1000 Jahre bedrohliche Ausmaße an: Seit 1890 ist die mitteleuropäische Durchschnittstemperatur um 1 °C angestiegen und lässt die Gletscherzungen in den Hochgebirgen schrumpfen. Hinzu kommt eine Zunahme von extremen Wetterlagen, denen der Mensch machtlos entgegensehen muss. Das Elbehochwasser im Jahr 2002 und der Rekordsommer 2003 haben der deutschen Bevölkerung demonstriert, dass die Klimaveränderung keine Grenzen kennt und sich nicht nur auf Entwicklungsländer beschränkt. Bleibt die Frage, inwiefern sich der Klimawandel abseits von Naturkatastrophen äußert. Um dies für die Region Ostthüringen zu erforschen, wurde die Privatwetterstation Gera-Tinz gegründet, deren Messwerte auf dieser Seite näher unter die Lupe genommen werden sollen.


Wetterrekorde Station Gera-Tinz




Um die monatlich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) veröffentlichten Abweichungen von der 30-jährigen Referenzperiode (1961-1990) bestätigen zu können oder regionale Tendenzen sichtbar werden zu lassen, ist eine regelmäßige und über viele Jahre erstellte, lückenlose Datenbasis, welche unter gleichbleibenden Bedingungen aufgenommen wurde, Grundvoraussetzung. Deshalb schenkte ich der Frage nach dem Standort der Platzierung der Thermo- und Hydrosensoren vor Beginn der Messungen am 01. Oktober 2001 höchste Priorität. Um den internationalen Regeln der Temperaturmessung größtmöglich gerecht zu werden, kommt eine weißlackierte Wetterhütte mit Lamellenwänden zum Einsatz, welche zwei Meter über dem natürlich bewachsenen Erdboden auf einem Holzpodest mit einem Entfernungsradius von über 5 m zu angrenzenden Gebäuden befestigt wurde.

Seit dem 01.10.2012 ist die Wetterhütte mit einem Solarventilator ausgestattet



Durchführung der Messung vom 01.10.2001 bis 31.12.2003:

  • batteriebetriebene Wetterstation
  • Thermosensor in Wetterhütte, Basisstation im Wohnhaus
  • tägliche Temperaturmessung um 7, 14 und 21 Uhr (Mannheimer Stunden)
  • tägliche Luftdruckmessung durch Barometer um 14 Uhr
  • tägliche Messung der Niederschlagssumme durch skalierten Messzylinder
  • Bestimmung der Schneehöhe durch weißlackierten Schneehöhenmesser
  • visuelle Beobachtungen: Bewölkungsgrad, Windrichtung, Erdbodenzustand
  • Beobachtung der Phänologie ausgewählter Pflanzen im Garten

Um die Messwerte zu dokumentieren, habe ich ein speziell den Anforderungen der Messparameter gerecht werdendes Wetterformular entworfen, in die die Werte für einen Zeitraum von jeweils drei Monaten handschriftlich eingetragen wurden.

 


Durchführung der Messung vom 01.01.2004 bis 30.09.2012:

  • dreiteilige, mit Netzstrom betriebene Wetterstation
  • Thermo-Hygro-Sensor in der Wetterhütte
  • Regenmesser (Hydrometer) mit Kipplöffel in 1 Meter Höhe
  • Anemometer für Windrichtung und -geschwindigkeit in 6 Meter Höhe
  • Basisstation im Wohnhaus, die alle 8 Sekunden Messwerte empfängt
  • Ermittlung der täglichen Minimal- und Maximalwerte
  • Verbindung der Basisstation mit PC
  • Software zeichnet alle 30 Minuten alle verfügbaren Messwerte auf 
  • batteriebetriebene, ehemalige Station misst Temperatur in 1 m Höhe
  • Bestimmung der Schneehöhe durch Schneehöhenmesser
  • Dokumentation der Messwerte in Wetterkarten bis Ende 2005
  • Beobachtung der zirkadianen Phänologie ausgewählter Zeigerpflanzen


Durchführung der Messung seit 01.10.2012:

  • erweiterte statistische Auswertung mit der Software WsWin
  • Belüftung der Wetterhütte mit Solarventilator


Regensensor mit Kipplöffel und einer Auflösung von 0,5 l/m²


Anemometer in 6 Meter Höhe


Im Winter wird die Schneehöhe noch ganz klassisch mit einem Zollstock bestimmt


Aufgrund der Zwischenspeicherung der Daten in der Basisstation entfällt das zeitgebundene Ablesen von Messwerten. Pro Tag werden 48 Datensätze aller Messsensoren ermittelt und am Ende jedes Monats ausgewertet.



Seit Aufnahme des Messbetriebs im Oktober 2001 ist der Gesamtdatensatz inzwischen auf über 2 500 000 Messwerte angewachsen. Ein riesiger Zahlenpool, der einerseits für die graphische Darstellung in Monats- und Jahresdiagrammen und andererseits zur Ermittlung der Durchschnitts- sowie Minimal- und Maximalwerte Verwendung findet.

Während bis Dezember 2005 die monatlichen Temperatur- und Niederschlagsdiagramme getrennt erstellt wurden, habe ich seit Januar 2006 ein neues Darstellungsformat entworfen, welches die Temperatur- und Niederschlagsentwicklung vereint. Darin wird die Tagestemperaturentwicklung im 2-Stunden-Takt (12 Werte) erfasst und mit dem Niederschlagsverhalten gegenübergestellt. Allen Diagrammen ist gemeinsam, dass sie neben der graphischen Darstellung auch Hinweise zu Höchst- und Tiefsttemperaturen, Amplituden, Abweichungen von Normalwerten und Bemerkungen über besondere Witterungsabschnitte innerhalb des dargestellten Messzeitraums vereinen. Seit Oktober 2012 steht Ihnen ein neues Diagrammformat mit zusätzlichen Grafiken zur Luftdruck- und Windrichtungsentwicklung sowie einer Tabelle meteorologischer Kenntage zur Verfügung.

Die folgenden Diagramme der Wetterstation Gera-Tinz sind zum Download als PDF-Dateien hinterlegt:

> Jahrestemperaturdiagramme:


Temperaturdiagramm Jahr 2006



Temperaturdiagramm Jahr 2007



Temperaturdiagramm Jahr 2008


Temperaturdiagramm Jahr 2009



Temperaturdiagramm Jahr 2010


Temperaturdiagramm Jahr 2011


Temperaturdiagramm Jahr 2012



Temperaturdiagramm Jahr 2013



Temperaturdiagramm Jahr 2014



Temperaturdiagramm Jahr 2015



Temperaturdiagramm Jahr 2016



Jahrestemperaturdiagramme 2006-2016

 



> Jahresniederschlagsdiagramme:


Niederschlagsdiagramm Jahr 2006



Niederschlagsdiagramm Jahr 2007



Niederschlagsdiagramm Jahr 2008



Niederschlagsdiagramm Jahr 2009



Niederschlagsdiagramm Jahr 2010



Niederschlagsdiagramm Jahr 2011



Niederschlagsdiagramm Jahr 2012



Niederschlagsdiagramm Jahr 2013



Niederschlagsdiagramm Jahr 2014



Niederschlagsdiagramm Jahr 2015

 

Niederschlagsdiagramm Jahr 2016



Jahresniederschlagsdiagramme 2006-2016



> Monatsauswertungen 2017:


Monatsauswertung Januar 2017



Monatsauswertung Februar 2017



Monatsauswertung März 2017



Monatsauswertung April 2017



Monatsauswertung Mai 2017



Monatsauswertung Juni 2017



Monatsauswertung September 2017



> Monatsauswertungen 2016:


Monatsauswertung Januar 2016



Monatsauswertung Februar 2016



Monatsauswertung März 2016



Monatsauswertung April 2016



Monatsauswertung Mai 2016



Monatsauswertung Juni 2016



Monatsauswertung Juli 2016



Monatsauswertung August 2016



Monatsauswertung September 2016



Monatsauswertung Oktober 2016



Monatsauswertung November 2016



Monatsauswertung Dezember 2016



> Monatsauswertungen 2015:



Monatsauswertung Januar 2015



Monatsauswertung Februar 2015



Monatsauswertung März 2015



Monatsauswertung April 2015



Monatsauswertung Mai 2015



Monatsauswertung Juni 2015



Monatsauswertung Juli 2015



Monatsauswertung August 2015



Monatsauswertung September 2015



Monatsauswertung Oktober 2015



Monatsauswertung November 2015



Monatsauswertung Dezember 2015



> Monatsauswertungen 2014:


Monatsauswertung Januar 2014



Monatsauswertung Februar 2014



Monatsauswertung März 2014



Monatsauswertung April 2014



Monatsauswertung Mai 2014



Monatsauswertung Juni 2014



Monatsauswertung Juli 2014



Monatsauswertung August 2014



Monatsauswertung September 2014



Monatsauswertung Oktober 2014



Monatsauswertung November 2014



Monatsauswertung Dezember 2014



> Monatsauswertungen 2013:


Monatsauswertung Januar 2013



Monatsauswertung Februar 2013



Monatsauswertung März 2013



Monatsauswertung April 2013



Monatsauswertung Mai 2013



Monatsauswertung Juni 2013



Monatsauswertung Juli 2013



Monatsauswertung August 2013



Monatsauswertung September 2013



Monatsauswertung Oktober 2013



Monatsauswertung November 2013



Monatsauswertung Dezember 2013



> Temperatur-Niederschlags-Diagramme 2012:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2012



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2012



> Temperatur-Niederschlag-Diagramme 2011:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2011



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2011



> Temperatur-Niederschlag-Diagramme 2010:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2010



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2010



> Temperatur-Niederschlag-Diagramme 2009:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2009



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2009



> Temperatur-Niederschlag-Diagramme 2008:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2008



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2008



> Temperatur-Niederschlag-Diagramme 2007:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2007



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2007



> Temperatur-Niederschlag-Diagramm 2006:


Temperatur-Niederschlagsdiagramm Januar 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Februar 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm März 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm April 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Mai 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juni 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Juli 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm August 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm September 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Oktober 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm November 2006



Temperatur-Niederschlagsdiagramm Dezember 2006



Um die Aussagekraft der errechneten Monatsmittelwerte bezüglich der Ableitung regionaler Tendenzen zu erhöhen, passte ich die Temperaturmittelwerte der Höhenlage der Station von 218 m über NN an und übernahm die Normalniederschlagswerte von der vier Kilometer Luftlinie entfernten Nachbarwetterstation Gera-Leumnitz. 

Normalwert    Lufttemperatur     Niederschlag        
Januar- 0,9 °C40 l/m²
Februar0,0 °C34 l/m²
März3,5 °C45 l/m²
April7,8 °C56 l/m²
Mai12,7 °C66 l/m²
Juni16,1 °C74 l/m²
Juli17,6 °C61 l/m²
August17,3 °C76 l/m²
September14,0 °C48 l/m²
Oktober9,2 °C38 l/m²
November4,0 °C43 l/m²
Dezember0,7 °C47 l/m²
Jahr8,5 °C628 l/m²



Die meteorologische Faustregel "Wetter ist nicht gleich Klima" sagt aus, dass die Tragweite meiner Ergebnisse mit wachsender Länge des Messzeitraums zunimmt und das Eintreffen eines einzelnen Extremwetterereignisses kein Beweis für eine langfristige Klimaveränderung sein kann. Dennoch zeigt sich, dass die geglättete Anomaliekurve der Lufttemperatur in den vergangenen Jahrzehnten über dem Normalniveau lag und auf ein längerfristiges und überregionales Phänomen deutet. In diesen Trend lassen sich meine ermittelten Messwerte problemlos einfügen. Wir befinden uns demnach mittendrin im schleichenden Prozess der globalen Erwärmung. Allein in den vergangenen fünf Jahren stieg die Gesamtabweichung der Lufttemperatur vom langjährigen Mittelwert (Referenzperiode 1961-1990) von 0,93 K auf 1,16 K!

Einzelbetrachtung der Entwicklung der Lufttemperatur:

Nach Untersuchung der Entwicklung der Lufttemperatur als aussagekräftigster Parameter ergeben sich unter Betrachtung des Gesamtmesszeitraumes folgende Ergebnisse (Referenzperiode 1961-1990; Stand Januar 2017):

  • 137 von 183 untersuchten Monaten fielen zu warm aus (75 %)
  • 46 von 183 untersuchten Monaten fielen zu kalt aus (25 %)
  • Gesamtwärmeüberschuss im Vergleich zum Normalwert: 1,16 °C
  • Mitteltemperatur der Jahre 2002-2016: 9,66 °C


Monatliche Temperaturabweichung Oktober 2001 bis Dezember 2016



Saisonale Temperaturabweichung Dezember 2001 bis Dezember 2015

Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die Verteilung der Tagesmitteltemperaturen von Oktober 2001 bis Dezember 2016 und listet eine Anzahl der meteorologischen Kenntage bis 2016 auf:


Verteilung Tagesmitteltemperaturen und Anzahl der Kenntage

Vor allem die Jahre 2006-2008, 2011, 2014 und 2015 waren von einem hohen Wärmeüberschuss ( > 1,2 K) geprägt. 2010 allerdings war mit einer Mitteltemperatur von nur 8,11 °C das kälteste Jahr seit 1996 und stellt daher nach dem wärmsten Jahrzehnt (2000-2009) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen eine Ausnahme dar. Insgesamt fielen 2010 sechs der zwölf Monate zu kalt aus. Das Jahr 2014 stellte einen neuen Wärmerekord auf: 11 von 12 Monaten fielen zu warm aus und die Jahresmitteltemperatur erreichte 10,87 °C!

  • 2002: + 1,20 °C
  • 2003: + 0,13 °C
  • 2004: + 0,86 °C
  • 2005: + 1,03 °C
  • 2006: + 1,29 °C
  • 2007: + 1,68 °C
  • 2008: + 1,41 °C
  • 2009: + 1,05 °C 
  • 2010:  - 0,39 °C
  • 2011: + 1,57 °C
  • 2012: + 1,16 °C
  • 2013: + 0,65 °C
  • 2014: + 2,32 °C
  • 2015: + 2,11 °C
  • 2016: + 1,37 °C

Mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von 22,99 °C und der daraus folgenden Abweichung von + 5,39 K war der Juli 2006 nicht nur in Gera-Tinz, sondern beinahe deutschlandweit der bisher wärmste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Nach statistischer Auswertung ist der Januar der Monat mit der größten positiven oder negativen Abweichung vom langjährigen Mittelwert, während die Monatsmittel von Mai und Juni um < 4 K um den Sollwert streuen.


Einzelbetrachtung der Entwicklung des Niederschlagverhaltens:

Nach Untersuchung des Niederschlagsverhaltens ergab sich für einen Messzeitraum von 180 Monaten folgendes Ergebnis (Referenzperiode 1961-1990; Stand Januar 2017):

  • 107 von 183 untersuchten Monaten fielen zu trocken aus (59 %)
  • 76 von 183 untersuchten Monaten fielen zu feucht aus (41 %)
  • prozentuale Abweichung der Niederschlagssumme von Oktober 2001 bis Dezember 2016: - 6,7%
  • Frühjahrsmonate März und April sowie der Sommermonat Juni zeigten die stärkste negative Abweichung der monatlichen Niederschlagssumme
  • 2010 war mit 771,8 l/m² (+ 143,8 l/m²) das regenreichste Jahr im letzten Jahrzehnt
  • 2003 war mit 454,5 l/m² (- 173,5 l/m²) das regenärmste Jahr im letzten Jahrzehnt


Monatliche Niederschlagsabweichung Oktober 2001 bis Dezember 2016

Mit Ausnahme von 2002, 2007 und 2010 fielen bisher alle Jahre zu trocken aus. 2003 fielen nur 72% und 2011 nur 75% der zu erwartenden Jahresniederschläge. Die längste Trockenperiode umfasste 32 Tage und trat im Zeitraum vom 31.10.2011 bis 01.12.2011 auf. Vor allem während der Wachstumsperiode der Vegetation im Frühjahr und Sommer sind immer mehr Pflanzen auf künstliche Bewässerung angewiesen, um Ernteausfälle zu kompensieren. Grund für den tendenziellen Rückgang der Niederschläge in Ostthüringen ist die Leelage, da bei Süd- bis Westwetterlagen ein Teil der Niederschläge als Stauniederschläge an Harz, Thüringer Wald und Erzgebirge fallen.



Angesichts der komplexen Dynamik der Atmosphäre der Erde, der trägen Reaktionszeit des Gesamtklimasystems und der Mischung natürlicher und anthropogener (= vom Menschen verursachter) Faktoren, sind die Klimamodelle immer mit Unsicherheitsfaktoren behaftet, selbst wenn man die unterschiedliche ökonomische Entwicklung der Weltbevölkerung und Weltwirtschaft berücksichtigt. Unter Anlehnung an die Modellvorhersagen der großen Klimainstitute halte ich unter Einbeziehung meiner bisherigen Werte folgendes Szenario für Ostthüringen für wahrscheinlich:

  • bis 2050 wird sich die Jahresmitteltemperatur um weitere 1,2 bis 2,5 K erhöhen
  • vor allem die Sommer und Winter werden wärmer ausfallen als bisher
  • in den Übergangsjahreszeiten fällt die Erwärmung schwächer aus
  • Trend zur Trockenheit im Frühjahr und Sommer setzt sich fort
  • hingegen leichte Niederschlagszunahme im Herbst und Winter
  • Gesamtniederschlagssumme im Jahr weiterhin leicht rückläufig
  • extreme Wetterereignisse (Stürme, Starkregen, Dürre) werden häufiger
  • Anzahl der Sommer- und Hitzetage nimmt zu
  • Wahrscheinlichkeit für Frost- und Eistage nimmt kontinuierlich ab

Das gesamte Klimamodell steht Ihnen in zwei PDF-Dateien zur Verfügung:


Klimamodell Jahr 2050 für die Region Ostthüringen


Ein langfristiger Anstieg des Temperaturniveaus und Niederschlagsdefizite sind eine Herausforderung für das Geosystem Biosphäre-Klima, der viele heimische Tier- und Pflanzenarten nicht gewachsen sind. In ihrer Vitalkraft geschwächt, sind schon heute einige Baumarten starkem Schädlingsbefall ausgesetzt. Hinzukommend fördert der Klimawandel die Einwanderung von Arten aus dem Mittelmeerraum, wodurch sich das ökologische Gleichgewicht in Gefahr sieht.


Phänologischer Kalender



Phänologischer Kalender 2013



Phänologischer Kalender 2014



Phänologischer Kalender 2015



Phänologischer Kalender 2016


Seit der Jahrtausendwende werden die Blätter der Rosskastanien regelmäßig von den Larven der Miniermotte befallen


Als informative Zusammenfassung über mein Forschungsthema "Kippt das Klima? - Auswertung meteorologischer Messdaten in Ostthüringen" empfehle ich Ihnen meine Facharbeit und ein Handout zum Thema, welches im Rahmen des Nachwuchswettbewerbes "Jugend forscht" 2007 erstellt wurde:


Facharbeit Bundeswettbewerb Jugend forscht 2007
 


Handout Herausforderung Klimawandel
 


Desweiteren steht Ihnen ein zusammenfassender Bericht zur Klimabilanz im Jahr 2008 und zum Extremwinter 2013/2014 zur Verfügung:


Klimaauswertung Jahr 2008
 


Klimaauswertung Winter 2013-2014



Angesichts der unübersehbaren Indizien für eine weltweite Veränderung des Klimas und einer zunehmenden Dynamik des Klimakreislaufes ist jeder Einzelne von uns, aber auch die im Entstehen begriffene Weltgesellschaft moralisch verpflichtet, in Fragen der unausweichlichen Reduzierung der Treibhausgase, dem nachhaltigen Ressourcenverbrauch und der technischen und ökologischen Erneuerung sinnvoll zu investieren, um die ausufernden Folgen zu begrenzen.

Neben der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder des Fahrrads innerhalb der Stadt, der Anschaffung von energieeffizienten Haushaltsgeräten und einer Vermeidung der Überheizung von Räumen in den Wintermonaten, bietet die Branche der erneuerbaren Energien zukunftsfähige Möglichkeiten Strom sauber zu erzeugen.

Auch wir haben diesen vorbildhaften Schritt getan und am Standort der Wetterstation in Gera-Tinz eine Solaranlage mit einer maximalen Leistung von 5,1 kW installieren lassen. Seit dem 25.07.2008 speisen wir je nach Intensität der Sonneneinstrahlung Strom in das öffentliche Netz ein.

24 Solarmodule mit Ausrichtung nach Süden


Wechselrichter Solar Max wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um


Sollten Sie Fragen zur Planung bzw. Installation oder Rentabilität einer solchen Anlage haben, können Sie sich an uns wenden. Unter der E-Mail-Adresse alexander_joerk@web.de stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.